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Barrierefreies Lanzarote

Barrierefreies Lanzarote



Lanzarote: Eine Urlauberin mit Rollstuhl am Strand.

Im Landeanflug wirkt Lanzarote vom Flugzeug aus wie eine öde Steinwüste - alles Grau in Grau.

Auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel relativiert sich dieser erste Eindruck; denn die spanische Kanareninsel hat sehr wohl auch viel Grün zu bieten. Palmen säumen die Straßen, Lanzaroteund bunte Blumen blühen in den Gärten. Dass Lanzarote sein ursprüngliches  Aussehen bewahrt hat, ist das Verdienst des Künstlers César Manrique (1919-1992), der ein Auge für die Schönheit seiner Umgebung hatte und sich für den Schutz der Insel einsetzte. 
Ist ein solches Urlaubsziel für Rollstuhlfahrer und andere körperlich Behinderte geeignet? Diese Frage kann man uneingeschränkt mit Ja beantworten. Denn auf Lanzarote hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Angefangen bei der Ankunft auf dem Flughafen, wo Personen mit eingeschränkter Mobilität - so die offizielle Bezeichnung - sowohl beim Aussteigen und bei der Ausgabe des Gepäcks als auch während des Eincheckens und Einsteigens im Flugzeug betreut und begleitet werden.Lanzarote

Die Inseltour beginnt in den Feuerbergen mit einem 20-minütigen Ritt auf einem Dromedar. In Zweiersitzkörben auf den aneinandergebundenen Tieren geht es über Lavagestein auf einen Rundkurs, der einen ersten Überblick über das mit dicken schwarzen Basalttrümmern bedeckte Land vermittelt. Die Karawane bewegt sich schaukelnd fort. Hinterher weiß man, warum diese Tiere auch Wüstenschiffe genannt werden. 


Ein “Feuerteufel” ist das Symbol des Nationalparks Timanfaya, der schon beim Hineinfahren für Begeisterung sorgt. Er umfasst die Feuerberge und das angrenzende Lavameer. Die Szenerie ist imposant: Man durchfährt erstarrte Lavaströme und schwarz aufgebrochene Schlackefelder. Ein besonderes Erlebnis ist die Bustour - eine Route, die man gesehen haben sollte. Einer der Busse ist mit einer Hebebühne für Rollstühle ausgestattet. In teils Schwindel erregenden Kurven geht es durch die Feuerberge. Die Fahrt durch die Vulkanlandschaft ist beeindruckend, eröffnet immer wieder Ausblicke auf gewaltige Krater, die seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb sind. Die Urlauber sind sich einig: So können sich die Astronauten nach der Landung auf dem Mond gefühlt haben. Während der Busfahrt wird über die Bordlautsprecher aus dem Tagebuch des Pfarrers aus Yaiza zitiert, der im Jahr 1730 Zeuge der Vulkanausbrüche war, dazu erklingt dramatische Musik. Das Zarathustra-Motiv von Richard Strauss setzt den fulminanten Schlusspunkt.

Lanzarote

 Dass es im Erdinneren noch brodelt, demonstriert ein Arbeiter, der einen Eimer Wasser in eine Stahlröhre gießt, das zehn Meter tief in die Erde reicht. In Sekundenschnelle zischt es in einer Fontäne nach oben - die Hitze hat es im Nu verdampfen lassen. Im benachbarten, von César Manrique entworfenen Restaurant El Diablo (“Der Teufel) wird die Erdhitze effektvoll genutzt: Einem schwarzen, 250 Meter tiefen Vulkanbrunnen entströmen so heiße Dämpfe, dass die auf einem Grillrost über der Öffnung platzierte Hähnchen wunderbar knusprig werden. Einige Schritte weiter befindet sich ein kleinerer Grill, auf dem man über der Erdwärme selber Brötchen grillen kann.
Das nicht weit entfernte Besucherzentrum vermittelt eine Lehrstunde in Vulkanismus. Hier wird mithilfe von Computern ein Vulkanausbruch simuliert. Dabei erfährt man, dass Lanzarote 206 Vulkane hat. Im Kino werden zwei Filme gezeigt, einer über die Entstehung des Nationalparks. Die rollstuhlgerechte, barrierefreie Einrichtung hat eine befahrbare lange ausgebaute Brücke mitten über ein Lavafeld.

In Teguise, der ehemaligen Inselhauptstadt, füllen sich sonntags die Straßen beim größten Markt der Insel, der Einheimische wie Fremde anlockt. Die nahe gelegene Burg Castillo Santa Barbara thront auf der Kuppe eines Berges. Der Besuch lohnt sich schon wegen des fantastischen Rundblicks über Teguise und die ganze Insel. In den Gewölben ist heute ein Piratenmuseum untergebracht.

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Weiter geht es über Tiagua und Teseguite zum Kakteengarten in Guatiza. Hier gedeihen und blühen rund 1500 verschiedene Kakteenarten, nur vier von ihnen stammen aus Lanzarote. Über dem Garten thront eine restaurierte Mühle. Der einstige Steinbruch wirkt wie ein Amphitheater. Den schönsten Ausblick hat man von der Terrasse des Cafés. Auch der Kakteengarten ist behindertengerecht; man kann ihn mit dem Rollstuhl auf verschiedenen Ebenen befahren.
Das malerische Fischerdorf Arrieta direkt am Meer lädt zum Entspannen ein. Das Restaurant am Ufer hat selbstverständlich frischen Fisch und Tapas auf der Speisekarte. Am Wochenende herrscht am Strand reger Betrieb, wenn sich dort auch zahlreiche Einheimische tummeln.

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Der Mirador del Rio im Norden der Insel bietet ein atemberaubendes Panorama auf die Nachbarinsel La Graciosa. Der Aussichtspunkt war einer der Drehorte der Fernsehserie “Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen”, die auf einem Roman von James Krüss basiert und 1979 erstmals ausgestrahlt wurde. Das architektonisch sehenswerte Werk trägt die Handschrift von César Manrique. Das Gebäude und ein Großteil der Außenterrasse sind mit einem Rollstuhl gut befahrbar. Lanzarote

Über Haría und das Tal der tausend Palmen gelangt man in das Weinanbaugebiet La Geria, das die Unesco zum Weltkulturerbe ernannt hat. Die Reben gedeihen in Trichtern; das darüber liegende Vulkansubstrat Picón speichert die Feuchtigkeit, die sich nachts mit dem Tau über das Land legt und gibt sie dann allmählich an das Erdreich ab. Ein Besuch in der Bodega Rubicón, deren Wahrzeichen ein alter Drachenbaum ist, erlaubt einen Blick in den Weinkeller, den Patio und andere Räumlichkeiten. Seit 1979 stellt Familie Germán López hier Wein her. Lange nutzte sie noch die traditionellen Holzpressen, die nun in den Ausstellungsräumen zu bewundern sind. Abgerundet wird das Ganze mit einer kleinen Weinprobe.

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Nicht nur ein großer Teil der Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote ist inzwischen behindertengerecht. Auch der deutsche Pflegedienst CuraVital macht Urlaub für mobilitätseingeschränkte Menschen möglich. Das deutschsprachige examinierte Pflegepersonal kommt ins Hotel oder in die Ferienwohnung und hilft beim An-/Entkleiden, Waschen und Zu-Bett-gehen. Jana Kaiser und Tom Kalisch, die Leiter von CuraVital, bieten ebenso den Verleih von Pflegehilfsmitteln wie Toilettenstühle, Duschstühle oder Pflegebetten an.

Zahlreiche Hotels im Zwei- bis Fünf-Sterne-Sektor verfügen sowohl über behindertengerechte Zimmer als auch über eine entsprechende Ferienanlage. Dazu gehören Rampen und LanzaroteHebekräne im Swimmingpool sowie Baderollstühle für den Strand.
 Eine Tagestour zeigt zwar viel von der abwechslungsreichen Landschaft Lanzarotes, kann aber die Kanareninsel nicht lückenlos vorstellen. Reisebegleiter Guido empfiehlt deshalb: “Lanzarote ist zum Wiederkommen!” Dem kann man eigentlich nur beipflichten.

Norbert Krauss




 

Infos:

Informationen: 

Spanisches Fremdenverkehrsamt, 

Lietzenburger Str. 99, 

10707 Berlin, 

Tel. 030/88 62 55 07, 

Fax 030/88 26 661, 

www.turismolanzarote.com



Anreise: 

Flüge unter anderen mit Air Berlin, Condor und Tuifly von diversen deutschen Flughäfen.



Unterkunft: 

Princess Yaiza Suite Hotel Resort in Playa Blanca,

Doppelzimmer ab 70 Euro pro Person/Nacht und Frühstück

www.princesayaiza.com 

Hotel Costa Calero in Puerto Calero,

Doppelzimmer ab 46 Euro pro Person/Nacht und Frühstück

www.hotelcostacalero.es Bungalowanlage Nautilus in Puerto del Carmen,

Apartment für 2 Personen ab 70 Euro pro Nacht

www.nautilus-lanzarote.com

Lanzarote

 Iberostar Papagayo in Puerto del Carmen,

Doppelzimmer ab 43 Euro pro Person/Nacht

www.iberostar.com

Restaurant: 

Casa de la Playa in Arrieta,

Tel. 00 34/928 17 33 39



Pflegedienst: 

Cura Vital,

Tel. 0034/928 848 494

www.curavital.es



Taxi: 

Taxi Lanzarote Guido

Tel. 00 34/676 30 40 93

www.taxi-lanzarote.com

Reiseführer: 

InselTrip Lanzarote, Reise Know-How Verlag, und Lanzarote, Bruckmann.



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