Menschen, Reisen, Abenteuer Headgrafik

Bodenmais

Ein perfektes Winterwochenende in Bodenmais

Bodenmais

Als heilklimatischer Kurort liegt Bodenmais tief im Bayrischen Wald am Südhang des Großen Arbers und wird liebevoll ´Perle des Bayrischen Waldes´ genannt.

Von Beate Grever

Mein Hotelzimmer liegt direkt am Rothbach und das gleichmäßige Plätschern und Rauschen des fließenden Wassers mit seiner beruhigenden Wirkung wiegt geradezu in einen tiefen und erholsamen Schlaf…

 So bin ich heute Morgen putzmunter aufgewacht als die Sonne ihre Strahlen durch die Fenster meines Zimmers schickte.

Bodenmais

Wanderung zu den Rissloch-Wasserfällen

Nach einem gemütlichen Frühstück ging´s dann zum Treffpunkt an der Tourist-Information im Ortszentrum. Dort wartete bereits meine Wanderführerin Elke mit der verspielten Lilli…

Bodenmais

Und schon geht´s los. Eine ganze Weile recht sportlich steil bergauf, dann wird es ebenerdiger und etwas gemächlicher. Wir genießen jeden Augenblick und Lilli läuft wegweisend voran. Es geht durch den verschneiten Winterwald über Wurzeln und Geäst auf verschlungenen Pfaden weiter stetig bergauf. Vorbei an riesigen, respekteinflößenden Felsen, bei denen man sich wundert, wie die sich überhaupt an Ort und Stelle halten können, so kunstvoll aufeinander getürmt schauen sie aus… mit hunderten von Einzapfen verziert…

Bodenmais

Elke zeigt mir die halb unter dem Schnee hervorschauenden kahlen Heidelbeersträucher. Im Sommer ist hier alles voller Heidelbeeren und man kann stundenlang naschen… mhmm, lecker! Dann geht´s vorbei an den Überbleibseln der alten Sprungchance aus den 50er Jahren – erstaunlich, unter welchen rauen und unsicheren Bedingungen die Sportler damals den Sprung in die Tiefe wagten… Wir sind ganz allein auf unserem Weg, weit und breit keine Menschenseele. Im Schnee verlieren sich ein paar Spuren von Wild. Was für eine Stille! Natur pur – Entspannung total! Mittlerweile schneit es wieder; es sieht aus, als würde jemand fleißig Zucker vom Himmel streuen. Und ein eisiger Wind weht. Es wird immer kälter…

Unvermittelt stehen wir vor Ihnen, den Rissloch-Wasserfällen. Was für eine gewaltige Kraft in ihnen steckt!

BodenmaisFür den Rückweg nehmen wir nun eine etwas andere Route. Es ist herrlich, ich liebe das Knirschen des Schnees unter den Stiefeln und könnte stundenlang weiterlaufen durch diesen märchenhaften Winterwald…

Bodenmais

Und endlich lässt sich auch die Sonne wieder blicken und verzaubert noch einmal die wundervolle Winterlandschaft in einen Wintertraum:

BodenmaisSchneeschuhtour durch den Tiefschnee zum Bretterschachten

Den ganzen Samstag hat es in Bodenmais geschneit und am späten Abend ist alles wie in eine dicke weiße Watteschicht gehüllt – etwa 10 cm Neuschnee sind gefallen.

Bodenmais

 Doch die nächtlichen Temperaturen waren einfach zu mild und so taut der Schnee über Nacht wieder und wandelt sich in leichten, aber beständigen Regen… da meine Schneeschuhwanderung mit Markus ab einer Höhe von etwa 1000 m startet, ist der Nieselregen kein Problem für uns, denn in diesem Bereich herrschen andere Wetterbedingungen vor, es liegt noch sehr viel Schnee und mit ein bisschen Glück scheint auch die Sonne.

So holt mich Markus – Skilehrer der Skischule Weinberger – heute Morgen am Hotel ab und wir fahren etwa 10 min mit dem Auto zu unserem Startpunkt, der "Arberhochstraße", einem präparierten Wanderweg am Berg entlang. Markus hat Schneeschuhe und Stöcke für mich mitgebracht und es geht direkt in einem angenehmen Tempo leicht bergauf los. Wir haben Bodenmaisetwa 4,5 km und ca. 150 Höhenmeter vor uns. Abenteuer auf die sanfte Art! Man braucht keine Vorkenntnisse oder besonderen Fähigkeiten, sondern nur die Lust, in der Winterlandschaft zu wandern. Und wenn einmal seinen eigenen Rhythmus gefunden hat, bekommt das Schneeschuhwandern fast einen meditativen Charakter…  

Nach einer Weile zweigen wir auf einen „Schleichweg“ in den Tiefschnee ab und gehen nun in Richtung "Kleiner Arber".

Immer wieder kreuzen kleine Schmelzwasser-Flüsschen unseren Weg, die wir überqueren, und weiter geht´s auf dem Wanderweg in Richtung "Hochzell" und dann wieder durch den Tiefschnee. Markus kennt sich in dieser fast wild anmutenden Bergwelt bestens aus. Was für eine wunderbare Möglichkeit für mich, auf diesen Wegen, die nur den Einheimischen bekannt sind, entlang wandern zu dürfen. Ich genieße jeden Schritt. Eine völlig unberührte Schneeschicht erstreckt sich vor uns und wir sind die einzigen, die hier Spuren hinterlassen. Bald sind wir am "Hochzellberg". Eine recht weite Ebene, die man von Bodenmais aus gut erkennen kann. Dort ragt die Absprungrampe für Gleitschirmflieger "aus dem Berg“. Es sieht beängstigend aus: einmal angesetzt, gibt es kein Zurück mehr. Man befindet sich sofort im freien Fall.

Doch die Aussicht auf Bodenmais ist sagenhaft schön. Was für ein Anblick!

Bodenmais

Da fällt mir ein Zitat von Goethe ein: Die ganze Natur ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie verborgen ist.

An vereisten Felsen vorbei bahnen wir uns weiter unseren Weg durch den Tiefschnee. Als nächstes erreichen wir die "Trockene Grube", wo der Winter wieder eine völlig andere Gestalt annimmt: es weht ein starker, eisiger Wind und tief hängender Nebel begrenzt die Sicht und hüllt alles ein. Hier tragen die Tannen ein grünes Kleid. Wir wandern zwischen und unter den Tannenbäumen entlang … überqueren noch die eine oder andere Loipe und sind bald am "Bretterschachten" angelangt. Ziel erreicht! Gleichzeitig schade, dass dieses außergewöhnlich schöne Naturerlebnis auf Schneeschuhen schon vorbei ist. Die 3,5 Stunden vergehen so schnell und sind dabei angefüllt von so vielen wunderbar entspannenden und ebenso aufregenden Momenten in dieser rauen und gleichzeitig reizvollen Winterlandschaft.

Bodenmais ist immer eine gute Idee

BodenmaisZum Abschluss meines Aufenthaltes in Bodenmais mache ich noch einen Spaziergang durch den Ortskern und bin auf meinem Weg zum Markplatz an der ältesten Holzschnitzerei von Bodenmais – "Gstöttner" – vorbei gekommen. Alles von Hand geschnitzt! Fotografieren darf ich im Geschäft leider nicht, aber der geschnitzte "nette Herr“ am Eingang konnte mir nicht entkommen.

Wenn man dem Weg weiter bergauf folgt, gelangt man automatisch zum Markplatz, in dessen Mitte die kleine Kirche "St. Mariä Himmelfahrt" steht. Sehr beeindruckend sind hier vor allem die kunstvoll gestalteten Malereien des Deckengewölbes und die reich und edel verzierte kleine Orgel.

 Das Besondere an dieser Kirche ist, dass der obere Rundgang geöffnet und mit Sitzbänken versehen ist, so dass man die Deckenmalereien aus der Nähe betrachten und eine sehr eindrucksvolle Perspektive auf den Altarraum und den unteren Kirchenbereich genießen kann.Bodenmais

Auf dem Marktplatz findet man schöne kleine Cafés mit bayerischen Spezialitäten wie z.B. Kaiserschmarren und köstlichen Kuchen, hübsche Boutiquen für Groß und Klein, gemütliche Bistros und Restaurants und verschiedene Souvenirläden.

Außerdem habe ich einen kurzen Abstecher in die Privatbrennerei Geiger gemacht. Dort bekommt man nicht nur Liköre und Schnäpschen, sondern auch Konfitüren und Pralinen in den verschiedensten Sorten – alles selbstgemacht. Und die Brennanlage ist ein echter Hingucker

Bodenmais

Wenn ich die letzten Tage in Bodenmais heute Revue passieren lasse, kann ich sagen: Ja, genauso habe ich ihn mir vorgestellt, einen Winter in der Ruhe und Stille der Natur  - wie zu Großvaters Zeiten eben, als wir mit dem Pferdeschlitten durch Wald und Felder gefahren sind. Also habe ich Remmidemmi und High Speed bewusst vermieden. Mit einem großartigen und überraschenden Ergebnis: die Tage wurden wie auf wundersame Weise um ein Vielfaches länger. Ich hatte gefühlt unendlich viel Zeit, die reich ausgefüllt war mit lauter glücklichen Minuten. Bodenmais ist ein traumhaftes Fleckchen Erde und immer eine Reise wert!     

Bodenmais

Wer bei sich ankommen will, dem gelingt dies in Bodenmais mit Sicherheit, innerhalb kürzester Zeit. Wer die wunderschöne Natur genießen will, sowohl bei flotterem als auch bei gemäßigterem Tempo, kann dies bei einem riesigen Angebot an Möglichkeiten tun. Hier ist für jeden etwas dabei. Es gibt traumhafte Wege für Winterwanderungen und Schneeschuhwanderungen. Für Alpin-Ski bietet sich z.B. der "Große Arber" an.         

Bodenmais

Wer sich für Besichtigungen interessiert, könnte dem Historischen Besucherbergwerk im "Silberberg" einen Besuch abstatten und die Arbeit der Männer unter Tage hautnah miterleben. Der Silberberg ist übrigens auch im Sommer eines der beliebtesten Wanderziele – dann oberhalb – und berühmt für seine einzigartigen Sonnenuntergänge.

Wer für einen Tag einmal selbst zum Glasbläser werden möchte, könnte sich unter fachkundiger Anleitung in der "JOSKA Glashütte" eine eigene Kristallglaskugel blasen.

Weitere Informationen:

Erster Anlaufpunkt für sämtliche Informationen zu Unterkünften und Aktivitäten in Bodenmais ist hier die Touristinformation direkt am Bahnhof Bodenmais.

Für alle sportlichen Aktivitäten selbst und alles, was man an Kleidung und Ausrüstung dazu braucht, sowohl im Winter wie im Sommer, sind die Mitarbeiter von Sport Weinberger (Skischule und Sporthaus) die perfekten Ansprechpartner.

Wer sich eine gemütliche und familiäre Unterkunft wünscht, ist bei Familie Pfeffer im Rothbacher Hof bestens aufgehoben. Die schönen, hellen Zimmer mit Balkon liegen – wenn man möchte – direkt am plätschernden Rothbach mit seiner entspannenden Wirkung. Besondere Ernährungswünsche werden berücksichtigt und auch für Allergiker werden Lösungen gefunden.

Bodenmais ist atemberaubende Natur, beste Erholung und Gastfreundschaft erster Klasse. Und eins steht fest: Ich komme wieder! Ganz bald…

Powered by: AOS - Design in Eislingen - Homepages vom Fachmann
Menschen, Reisen, Abenteuer