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Mallorca

Mallorca jenseits von Strand und Party

Unbekannte geschichtsträchtige Orte prägen den Norden. Mandeln bescheren das ganze Jahr über Arbeit und vor mächtigen Wellen kapitulieren kleine Fischerboote.

Mallorcas Mandelblüte Im Sommer ist Ca'n Picafort im Nordosten Mallorcas an der mit 17 Kilometern längsten Badebucht der Balearen total angesagt.

Jetzt, im Frühling, ist das älteste Touristenzentrum der Insel verwaist und Ruhe suchende Urlauber finden einen paradiesisch leeren feinsandigen Strand vor. Während um diese frühe Jahreszeit eine überwiegende Zahl von Restaurants und Geschäfte im einstigen Fischerdorf noch geschlossen haben, freut sich Wanderführer Masio Vicenç darauf, Besuchern "sein"Mallorca, Can PicafortMallorca zu zeigen. Bevor es losgeht, erzählt er erst einmal mit Stolz von seiner unberührten Heimat abseits der Touristenorte und dass man auf dieser vielfältiggen, romantischen Mittelmeerinsel viel verpasst, wenn man nur wegen des Strandlebens herkommt.  

Wie es dann mit einem Taxi losgeht, ist die erste Station am Wegesrand auf der Verbindungsstraße zwischen Ca'n Picafort und Arta die unscheinbar daliegende Finca Son Real. Jeder Fremde würde vorbeifahren an diesem alten Landgut mit seinem fast 400 Hektar großen Naturareal, das sich in öffentlichem Besitz befindet und noch heute mit traditionellem Pflanzenanbau und freilaufenden Nutztieren bewirtschaftet wird. In einem gut gestalteten Info-Center erfährt der Gast wunderbar erklärt die ganze Geschichte der Insel. Bestaunt die archaischen Werkzeuge und erfährt, dass die Feldarbeiter Hüte mit großen Krempen auf dem Kopf und Frauen fest verknotete Kopftücher trugen gegen Ungeziefer, das bei der Mandelernte beim Schütteln von den Bäumen fiel. Und dass nach der wochenlangen harten Erntearbeit

Mallorca, Masio Vicenç alle zusammen kamen, um gemeinsam zwei Wochen lang mit Musik und Tanz auf den Feldern zu feiern. Inmitten der Kiefern- und Sadebaumwälder und Dünenzonen können auch mit ausgeliehenen Fahrrädern archäologische Grabstätten von Steinzeitmenschen aus der Talayot-Kultur besichtigt werden. Es ist nachgewiesen, dass diese Ur-Mallorquiner auf der Insel von circa 1300 vor Christus an friedlich miteinander lebten, bis die Römer 123 vor Christus gewaltsam auf der Insel auftauchten. Sie zerstörten die einfachen Steinhäuser der Talayot-Kultur und bauten damit befestigte Städte. Auch wurden die Steine für die heute noch berühmten Trocken-Steinmauern zur Abgrenzung der seinerzeit schon intensiven Landwirtschaft der Römer verwendet. 

 Weiter geht es und nach kurzer Fahrt lässt Masio den Wagen an einem unscheinbar abzweigenden Feldweg auf einer Landstraße bei Colònia de Sant Pere anhalten und öffnet ein Gitter. Wie er dann mit schnellen Schritten inmitten eines Kornfeldes abrupt stehen bleibt, auf dem es nach wildem Lavendel, Rosmarin und Kamille duftet, da steht er vor riesigen Mallorca, Talayot-TurmSteinquadern, die zu einem Turm aufgestapelt sind. "Diese mächtigen Steine eines ehemaligen Beobachtungs- oder Wachturms", dabei leuchten seine dunklen Augen, "konnte man nicht einfach abtragen wie die kleinen Steine der Talayot-Häuser. So sind sie uns bis heute erhalten geblieben und geben einen Einblick in die Lebensweise dieser Menschen". Dann klettert er flink wie ein Wiesel nach oben auf den Turm und zeigt von dort auf die umliegenden Mandelbäume, deren Blütezeit schon fast zu Ende ist. Erklärt dabei, dass die rosa Blüten bittere Mandeln und die weißen Blüten dagegen süße Kerne hervorbringen und im August geerntet werden. Diese werden dann in kleinen Betrieben wie der von Maria Antonia in Llubi maschinell von ihren Mallorca, Bartomeu Perelló PicornellSchalen befreit. Danach sortiert sie mit ihrer guineanischen Mitarbeiterin Umu in Handarbeit am laufenden Fließband im Achtstundentakt die schlechten Kerne aus. Es fallen bei der Ernte der gut sieben Millionen Mandelbäume fallen so viele Mandeln an, dass alle Sortierbetriebe das ganze Jahr über zu tun haben. "Den größten Teil meiner Mandeln exportiere ich nach Deutschland", erzählt sie stolz. Die Schalen verkauft sie zum Heizen.

 Wie Masio an diesem Nachmittag seine Tour zu Ende bringt, schlagen in der Bucht von Caló Camps bei Colonya de San Pedro mächtige Wellen an die Klippen. Besorgt schaut er auf sie und weiß, dass die See dort draußen kocht und die Wellen bestimmt wieder sechs Meter hoch Mallorca,Caló Camps bei Colonya de San Pedro sein werden. Das bestätigt noch am nächsten Tag der Fischer Joan Cànaves im Hafen von Portocolom im Südosten der Insel, der mit seinem kleinen Fischkutter "Cap de Reig" lieber im sicheren Hafen geblieben ist. Gelassen nimmt der alte Seebär mit seinen 26 Berufsjahren das Mallorca, Joan Cànaves,hin und schaut lieber am Nachmittag bei seinen Fischerkollegen vorbei, die gerade mit ihrem großen Trailer in den Hafen eingelaufen sind. Dem haben die hohen Wellen wenig ausgemacht. Mit flinken Händen werden von einem Senegalesen die frisch gefangenen Fische kistenweise in einen Kühlwagen gestapelt, dessen Fahrer sie zur Fischauktion nach Palma bringt. "Dort Mallorca, Portocolomwerden sie nach "Holländischer Versteigerung" angeboten. Dabei wird zuerst ein Höchstpreis genannt, der dann - sollte kein Interesse bestehen - nach unten korrigiert wird", erläutert Joan Cànaves. Dass nicht jeder selbst seinen Fang im Hafen feilbieten muss und später darauf sitzen bleibt, dafür hat der heute 56 jährige Mallorquiner sich stark gemacht. Bekleidet er doch seit über acht Jahren das Amt des Präsidenten der 16 Fischergemeinden der gesamten Balearen. Dann schlendert er, der sich zusammen mit seinen Zünften vom Festland und anderen Mittelmeeranrainerstaaten seit langem in Madrid und Brüssel für mehr Gehör einsetzt, Mallorca, Sonnenuntergang in Illetasgemütlich zu seinem kleinen Boot, springt hinüber auf den Bug, bleibt dort stehen und schaut auf die untergehende Sonne. Mit einem Kopfnicken schwärmt er, dass jetzt mit dem Frühling die schönste Zeit des Jahres auf der Insel begonnen hat.

Gerd Krauskopf

Weitere Informationen:

 Unbekanntes Mallorca entdecken mit Wanderführer von Grupotel Natur, Masio Vicenç, 07458 Ca’n Picafort, Tel.: +34-971-85 28 15, www.grupotelnatur.com

Finca Son Real: www.de.balearsnatura.com/finca-publica-de-son-real/

Die Öffnungszeiten für das Landgut (ohne Besucherzentrum samt Museum) sind täglich von 10 bis 19 Uhr in den Monaten April bis September sowie 10 bis 17 Uhr in den Monaten Oktober bis März.Mallorca, Wanderführer Masio Vicenç

Unsere Hotels auf Mallorca

...im Norden: Grupotel Gran Vista & Spa, Ctra. Artá - Pto. Alcudia, 68, 07458 Can Picafort, Tel. 0034 971 850 052, www.grupotel.com/de/hotel/mallorca/can-picafort/gran-vista-spa/hotel.html

Mallorca, Grupotel Gran Vista & Spa

 

...im Südwesten: Hotel Bonsol,Paseo de Illetas 30, 07181 Illetas, Tel: 0034 971 40 21 11, www.hotelbonsol.es

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...in Palma: Hotel Tres, Calle Apuntadores 3, 07012 Palma de Mallorca, Tel: 0034 971 717 333, www.hoteltres.comMallorca, Hotel Tres

 

 

...in Palma: Hotel Cort, Plaça de Cort 11, 07001 Palma de Mallorca, Tel: 0034 971 21 33 00, www.hotelcort.comMallorca, Hotel Cort

 

Führungen durch Palma

bietet Mallorca Rutes an. Unter drei verschiedenen Touren

 

- PATIOS Y PALACIOS  http://www.mallorcarutes.es/de/2015/06/patios-y-palacios/

 

- CIUDAD ALTA.  http://www.mallorcarutes.es/de/category/palma-itinerarios-guiados/vip-tour/la-ciudad-alta/

 

- WALKING TOUR VIP.  http://www.mallorcarutes.es/de/category/palma-itinerarios-guiados/vip-tour/palma-walking-tour-vip/ 

 

haben wir uns für die Tour "Ciudad Alta" entschieden. www.mallorcarutes.esMallorca, Kathedrale von Palma

 

 

 

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