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Zürichsee

Zürichsee: Nicht nur die Schokolade ist Weltklasse

Zürichsee 

Zwischen See und Bergen gelegen, verbindet die Region Zürich kreatives Stadtleben und Bergeinsamkeit. Eine Sünde wert sind nicht nur Cocktails und Käsefondue, sondern auch die erste zartschmelzende Schokolade der Welt 

 

Von Gerd Krauskopf

 

 Die Augen von Barkeeper Luis Estrada strahlen, während der gebürtige Mexikaner seinen köstlich eleganten „Rising Star“ serviert. Die feine alkoholfreie Cocktail-Kreation aus Sanbittèr, Cranberrysaft, Holundersirup und Zitronensaft zergeht auf der Zunge. Leise Musik strömt aus Zürichseeden Boxen, von der Bar klingt angenehmes Gläser- und Eisgeklirr. Die Gäste inmitten von schlichtem, zeitgenössischen Interieur, sehen von mintgrünen Polstern durch die hohen Fenster den Zürichsee mit den Glarner Alpen im Hintergrund - Zürich gibt sich nicht weniger mondän als Paris, London oder New York.

 

Weltklasse sind auch die Gaumenfreuden, die die Schokoladenmanufaktur “Lindt & Sprüngli” in Thalwil nahe Zürich verheißt. Ralf Holenweger, Maitre Chocolatier aus Leidenschaft, lüftet bei einem Schokoladenkurs das Geheimnis der ersten zartschmelzenden Schokolade der Welt. Rodolphe Lindt, Sohn eines Schweizer Apothekers und Bäckermeister, hatte 1879 eine Zürichbrandgeschädigte Fabrik mit altmodischen Maschinen gekauft, um Schokolade herzustellen. Sie sollte sich von allen herkömmlichen Erzeugnissen abheben, war doch zu dieser Zeit Schokolade eine sandig-brüchige, raue und bittere Masse, die mühselig mit Hand oder Mörser in eine Form gepresst wurde. So tüftelte Lindt mit seiner Conchiermaschine – einem speziellen Knet- und Rührwerk – um den schmelzenden Charakter des Endprodukts möglich zu machen.

 

Schließlich kam ihm der Zufall zu Hilfe: Als er nach einem Jagdwochenende wieder in seine Firma kam, stellte er fest, dass er vergessen hatte, die Conchiermaschine auszustellen. Plötzlich fand er eine feine Masse vor, die genüsslich bei köstlichem Aroma auf der Zunge Zürichseezerging. Damit hatte Lindt die erste zartschmelzende Schokolade der Welt erfunden. Und eine solche warme Schokoladenmasse wird jetzt von den Kursteilnehmern von Hand mit einem Löffel in eine kleine Bärenform gefüllt. Im Kühlschrank erkaltet, gehen die Schokoladenbären in Cellophan verpackt zur Erinnerung mit nach Hause.

 

ZürichseeZürich hat auch Kunstkennern und Kulturinteressierten viel zu bieten: Mehr als 50 Museen und 100 Galerien auf kleinstem Raum sind ebenfalls einer Metropole würdig. Stadtführer Christian Ritsch führt durch die pittoreske Altstadt mit ihren versteckten Gassen und Winkeln und erläutert, was Albert Einstein und Richard Wagner gemeinsam haben: Beide waren begeisterte ZürichseeBewohner Zürichs. Von Einstein ist der Ausspruch überliefert, dass er bei einem Atomausbruch in der Schweiz sein mochte, “da hier alles 50 Jahre später stattfindet”. Dagegen beklagte sich Lenin, der von 1916 bis 1917 in Zürich lebte, über die Schweizer: Sie seien ihm zu kapitalistisch, mit ihnen könne er keine Revolution führen. Gleichgesinnte sowie Schriftsteller, Maler und Musiker traf er im Kaffeehaus Odeon am Bellevue. Ob er in diesem Grand Café im ZürichseeJugendstil nach österreichischem Vorbild mit großen Fenstern, Kronleuchtern und mit rötlichem Marmor verkleideten Wänden seine russische Revolution mit Gleichgesinnten diskutiert hat, kann nur spekuliert werden. Nicht nur große Köpfe hegten eine Vorliebe für die Stadt am See mit ihrer intakten Altstadt. Bis heute strömen Menschen aus aller Welt an den Zürichsee - besonders international ist das Publikum in der Bahnhofstraße, eine der teuersten und exklusivsten Einkaufsstraßen der Welt.

 

Kaum zu glauben - doch vom Zürichsee ist es nur eine knappe Autostunde in die Schweizer Berge nach Hoch-Ybrig. Hier geht es – ausgerüstet mit ausgeliehenen Schneeschuhen und Stöcken – in Begleitung von Skilehrer Adrian Hegner von Hoch-Ybrig Laucheren per Sesselbahn nach Steinboden auf 1483 Meter Höhe. Es ist jetzt die Stille, die sofort auffällt, Ybrignachdem die Schneeschuhe angeschnallt sind und der Skitrubel hinter einem liegt. Jetzt zählt nur noch die herrliche Bergwelt des Roggenstock mit seinem faszinierenden Bergpanorama. Mit gleichmäßigen Schritten stapfen wir mit unseren Schneeschuhen auf einem verschneiten flachen Wanderweg hinüber zum Bergbeizli Adlerhorst. Die Hüttenwirte Andrea und Martin Keller servieren den Klassiker der Schweizer Küche: Nach der ungewohnten Anstrengung schmeckt das Käsefondue doppelt gut.

 

Das gilt auch für den Abschiedsgruß von Barkeeper Luis Estrada. Sein „Kir Moncalieri“ ist ein seidig eleganter Mix aus dem italienischen Schaumwein „Ferrari Trenco Doc“ und dem Likör „Italicus Bergamotte Rosolio“ – der passende Absacker für den Moment, wenn sich der rot glühende Sonnenball im Zürichsee spiegelt und sogleich hinter den Glarner Alpen verschwindet.Zürichsee

 

Weitere Informationen:

 

Hotel: Alex Lake Zürich, Seestr. 182, CH-8800 Thalwil, Doppelzimmer ab 240 Euro exklusive Frühstück, Tel. 0041/445529999, www.campbellgrayhotels.com/alex-lake-zurich/ 

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Schokoladenkurs: Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli, Seestr. 204, CH-8802 Kilchberg, der nächste Schokoladenkurs (Kinder ab 8 Jahren) findet am 11.03.2020 statt, dauert 50 Minuten und kostet 36,00 CHF, Tel. 0041/447162233, www.lindt-spruengli.comZürichsee

  

Hoch-Ybrig: Tourist Information, Tschalunstr. 1, CH-8843 Oberiberg, Tel. 0041/554142626, www.ybrig.chYbrig

 

 

Bergbeizli Adlerhors: 8843 Oberiberg, Andrea & Martin Keller,Tel. 0041/798988725, www.adlerhorst-oberiberg.ch

Ybrig

  

Stadtführung Zürich: Zürich Tourismus, Im Hauptbahnhof, CH-8001 Zürich, Tel. 0041/442154000, www.zuerich.com

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