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Centro de Portuga

Portugal: Pure Lebensfreude durch schöne Musik

 

Centro de Portugal  

Ein Musikfestival erweckt ein Dorf im Zentrum des Landes zu neuem Leben und ungeahntem Erfolg

 

Von Gerd Krauskopf

 

Dreieinhalb Stunden Autofahrt entfernt von Lissabon thront nordöstlich das Gebirge der Serra da Estrela nahe der spanischen Grenze. Diese Gegend war im Mittelalter stets von großem strategischen Interesse und daher häufig das Ziel nachbarlicher Überfälle. Um die Centro de Portugal Menschen inmitten des größten und höchsten Gebirgszuges – des Centro de Portugal, „Region Mitte“, dem Herzstück des Landes – vor diesen spanischen Raubzügen zu schützen, baute man auf den Höhen der einsamen Gegend unzählige  Burgen. Die Festung von Belmonte auf der Anhöhe San Cristóbal war Teil dieser Verteidigungslinie.

 

Jahrhunderte später - mit Sicherung der Grenze - verlor sie ihre strategische Bedeutung und die Bevölkerung begann langsam, sich auch außerhalb der Stadtmauern anzusiedeln. Unter ihnen Centro de Portugal viele Kryptojuden, die bis heute dort überlebt haben. Offiziell hat sich diese Glaubensge- meinschaft vom Judentum einer anderen Religion zugewandt, jedoch im Geheimen ihre jüdische Kultur und Religion weiter praktiziert. Heute ist man stolz auf das erste Jüdische Museum Portugals, das die Geschichte des Jüdischen Volkes in diesem Land porträtiert. Auch ein zweites Museum – das von Pedro Álvares Cabral – zieht heute viele Touristen an. Der Sohn Centro de Portugal eines Adelsgeschlechtes aus Belmonte war nämlich ein berühmter Seefahrer, der im Jahr 1500 Brasilien entdeckte. Und diese starke Prägung der Vergangenheit führt in dem kleinen Bergstädtchen zu einer vielversprechenden Zukunft. Geboren ist der berühmte Sohn auf der kleinen Burg von Belmonte, die noch heute gut erhalten auf dem Granitmassiv thront.Centro de Portugal

Viel hat sich beim Blick vom Burgturm mit seinen Zinnen auf die Landschaft nicht geändert, seit man mit Schwert bewaffnet Ausschau gehalten hat. Große Stille liegt über den endlosen Fernblicken. Noch heute kreisen Steinadler und Mäusebussarde am derzeit stahlblauen Himmel. Man spricht davon, dass bis vor zwanzig Jahren noch Wölfe und Luchse hier zuhause waren. In der Neuzeit sind die kurvigen und gut ausgebauten Bergstraßen zwischen den vielen Centro de Portugal kleinen und mächtigen Granitblöcken dazu gekommen. Auf ihr findet der Reisende in den Tälern an vielen kleinen Gebirgsbächen mit kristallklarem kalten Wasser in verwunschener Umgebung Entspannung und Erholung. 

 

Bestimmt sind die wenigen Dörfer, in denen sich die Eile zu verlieren scheint, etwas gewachsen. Schöner geworden mit ihren weißen Anstrichen, sichtbarer dadurch von hier oben. Aber auch zwölf historische Dörfer, die aus Schiefer und Granit gebaut sind, warten auf Centro de Portugal Besucher. Sie bewahren in ihren alten Mauern viel Altes, wenig modernes. Sie erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten und halten Traditionen am Leben wie Sortelha mit ihrer beeindruckenden Burg.

 

Zwischen den Dörfern liegen dicht bewaldete Hänge mit verschiedenen Eichenarten, Kiefern und Kastanienbäumen. Auf den Wiesen weiden Schafe. Deren Milch ist begehrt – das Öl der Serra – wie die Einheimischen sagen. Es sei der ganze Reichtum der Schäferfamilien. Dabei ist die Milch besonders aromatisch und es wird nichts hinzu gefüttert. Die Schafe ernähren sich nur von Kräutern und Gräsern. So ist der Käse, dem das Gewürz aus einer Diestelpflanze zugegeben wird, scharf-würzig im Geschmack mit cremig weicher Konsistenz. 

 

Centro de Portugal Die Bevölkerung in den Dörfern jedoch ist geschrumpft. Viele junge Leute sind abgewandert. So wie die heute dreißigjährige Inês Andrade aus dem kleinen, 300 Seelen zählenden Ort Bendada im Kreis Sabugal. Schon als kleines Mädchen liebte sie Klaviermusik, hörte der Klavierlehrerin stundenlang zu. Geprägt war sie von der musikalischen Begeisterung, mit der viele Kinder ihres Dorfes mit dem Erlernen verschiedener Musikinstrumente aufwuchsen. So hatte jedes Dorf in ihrer Umgebung eine Philharmonische Kapelle. Die Begeisterung für Klaviermusik hielt bei Inês an. So sehr, dass sie später in Lissabon ihren Bachelor of Music und einen Master in Klavierperformance und Pädagogik machte. Sie wurde sogar zweimal zur herausragendsten Studentin des Jahres gekürt.  Centro de Portugal

Nach ihrem Studium als vielseitige Solistin und Kammermusikerin wurde sie in ganz Europa und USA gefeiert. Verlegte ihren Wohnsitz 2011 nach New York und lebt seit 2013 in Boston. Ihre Liebe zu ihrem kleinen portugiesischen Dorf hat sie dabei nicht vergessen, fliegt zweimal jährlich zu ihren Verwandten über den Atlantik. Dabei schmerzte es sie, als sie feststellen musste, dass alle Kapellen in den umliegenden Dörfern aus Nachwuchsmangel aufgegeben haben.

 

Nicht so jedoch in Bendada, dessen im Jahre 1870 gegründetes Philharmonisches Orchester in der mit staatlicher Hilfe und EU-Unterstützung gegründeten Casa da Musica eine neue Heimat Centro de Portugal fand. Dort gab Ines – inzwischen eine international bekannte und gefeierte Pianistin – ein Klavierkonzert. Die große Leidenschaft des musikbegeisterten Publikums berührten sie bei diesem ersten Konzert derart, dass sie kurzerhand beschloss, dass Bendada Musik Festival ins Leben zu rufen. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei von ihren Kollegen aus Boston und der ganzen Welt. Inzwischen geht das Festival ins vierte Jahr und begeistert nicht nur die Jugend von Bendada und aus den Nachbardörfern, sondern ein internationales Publikum und Musiker aus aller Welt. 70 Musiker ist das Orchester inzwischen stark, Junge und Alte aus Bendada und Umgebung, die eines eint und das ist ihre Liebe zur Musik. 

 

Derart begeistert vom neuerlichen Musikgeschehen und der langen Tradition in seinem Dorf, organisiert auch der Bürgermeister des 300 Seelenortes Bendada, Jorge Dias, jährlich ein Centro de Portugal außergewöhnliches Konzert mit dem Namen „Música na Serra“. Und das findet in diesem Jahr am 15. August statt. Dabei starten die Musiker hoch oben über ihrem Dorf von der Bergkapelle Serra da Senhora do Castelo aus und spielen an exponierten Stellen des Berges bis hinunter nach Bendada.

 

So zeigt sich in diesem kleinen Dorf – einem wahrlich  versteckten Teil Portugals – wie das Engagement einer jungen Frau aus ihrer Wahlheimat Boston heraus eine ganze, fast Centro de Portugal vergessene Region in Portugal verändert und zum Leben erweckt. Sie wird in Kürze auf einer Tournee durch China ein neues Publikum begeistern. 

 

Weitere Informationen:

 

TCP/ARPT Centro de Portugal, Casa Amarela, Largo de Sta. Cristina, 3500-181 Viseu – Portugal, Tel. 00351/232432032, www.centerofportugal.com

 

Anreise:

Zum Beispiel mit TAP Air Portugal ( www.flytap.com ) von 7 deutschen Städten nach Lissabon. Vom Zielflughafen Lissabon mit dem Leihwagen gut 3,5 Stunden über die A1 bis Torres Novas. Dann über die A23 bis Ausfahrt 32. Autobahn ist gebührenpflichtig. Von dort über die Landstraße Richtung N18-3/Caria/N233/Sabugal fahren. Weiter Richtung Malpique. Von dort Richtung Belmonte. 

 

Unterkünfte:

Zum Beispiel Pousada Convento Belmonte.Serra da Esperança Apartado 76 , 6250-064, www.pousadas.pt/de/hotel/pousada-belmonte, Zimmer ab 89 Euro/Tag;

 

 

Ferienhäuser Carya Tallaya, Casas de Campo, Vale das Éguas, Sabugal-Guarda, www.caryatallayacasasdecampo.com/, Ferienhaus für 4 Peronen 160 Euro/Tag.

 

Am 15. August 2019 findet das letzte Konzert – „Música na Serra“ – in diesem Jahr statt, bei dem hoch über Bendada Musiker von der Bergkapelle Serra da Senhora do Castelo aus bis hinunter nach Bendada spielen.

 

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