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Ausseerland im Salzkammergut

Österreich: Erholung pur im Ausseerland

 

Ausseerland 

 

Ein wunderschönes Kleinod mit seinen kristallklaren Seen inmitten einer faszinierenden Bergwelt im Salzkammergut

 

Von Gerd Krauskopf

 

Die junge Frau zurrt die Gurte ihres Gleitschirms feste, läuft mit ihren Stiefeln und dem Schutzhelm zur buckeligen Bergkante des Losermassivs hinunter, der Schirm steigt hinter ihr in voller Breite elegant von der Wiese hoch,  ein Freudenschrei und sie schwebt davon in einen stahlblauen Himmel, der mit einigen „Wattebäuschchen“ gesprenkelt ist. Auf der Steilwiese schauen ihr Abenteurer im Wartestand nach.

AusseerlandEin herrlicher Morgen auf dem Loser. Ich bin gerade mit dem Wagen auf der Loser-Alm auf 1.600 Metern Seehöhe angekommen und gleich steil hinauf zum Augstsee gestiegen. Und wie ich mich jetzt inmitten der wunderbaren Bergkulisse zwischen dem Dachsteinmassiv und dem imposanten Toten Gebirge auf dieser Wiese niedergesetzt habe, beobachte ich die Ausseerlandbunten Schirme, die sich inmitten der bizarren Kegel, die bis zum Horizont thronen, hin und her gleiten. Einige werden vom Aufwind über dem Altausseer See hoch getragen, der gleich hier in der Tiefe eingebettet ist, andere wiederum trägt es hinaus zum Grundlsee. Eine einmalige Landschaft, die durch ihre dichte Naturkulisse mit ihrem filigranen Zusammenspiel von steilem Fels, Wald und Wasser eine ungewöhnliche Harmonie widerspiegelt.

 

Viel kann ich von hier oben nicht sehen vom Altausseer See, der inmitten dieser steirischen Seenlandschaft des Salzkammergutes von mir zu einem meiner Lieblingsgewässer erkoren worden ist und dessen Blautöne jetzt in allen Nuancen leuchten. Dabei ist das Ausseerland seit mehr als einhundert Jahren immer wieder Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Ausseerlandinternationalen Künstlern. Klaus Maria Brandauer ist zum Beispiel einer von ihnen, der hier in Bad Aussee seine Heimat hat. Schon früh kamen Schriftsteller und Komponisten wie Johann Strauß und Gustav Mahler, die die Abgeschiedenheit für ihre Arbeit nutzten. Ein festes Urlaubsdomizil hier hatte auch Johannes Brahms.

 

Später, am frühen Abend setze ich mich in meinen Wagen und steure wie so oft das nur ein paar Kilometer entfernte kleine Kurstädtchen Altaussee an, um dort einen herrlichen AusseerlandSpaziergang um den See zu machen. Dabei genieße ich auf dem schmalen Seeweg Bucht für Bucht. Schaue einer Bachstelze nach, die stolz über eine Grasfläche trippelt. Während Schwalben ihre Schleifen ziehen, schleicht eine Katze durch die Wiese und bleibt lauernd vor einem Mausloch hocken.

 

Diese Landschaft hier im geografischen Mittelpunkt von Österreich, so denke ich auf halbem Seeweg sitzend auf einer Bank, hat nichts abgenutztes. Während jetzt zu dieser Abendstunde die tief am Horizont stehende Sonne harte Schatten wirft, entstehen immer neue Kompositionen. Da rückt der schneeweiße Gletscher des weit entfernten Dachsteins Ausseerlandnoch weiter in den Hintergrund. Und später, als die Sonne fast die Berggipfel erreicht hat, lehne ich im Ort an einem sonnenwarmen Bootsschuppen und blicke lange fasziniert auf die im Abendrot leuchtende Trisselwand.

 

Am nächsten Tag habe ich mich mit einigen Einheimischen verabredet. Will ihre Liebe zum Brauchtum und das Bewusstsein ihrer ureigensten Wurzeln kennenlernen. Die kauzig kantige Art der Leute lerne ich dann auch beim Lederhosenmacher Christian Raich kennen. Und wie er mir dann erzählt, dass er sein Geschäft  vor fast dreißig Jahren von seinem Großvater Heribert übernommen hat, da setzt er mit schelmischem Lächeln Stich für Stich Ausseerlandmit seiner Nadel in zwei übereinander liegenden Lederteilen und zieht den Faden jedes Mal stramm. „Dreiviertel bis ein Jahr,“ antwortet er knapp auf meine Frage nach der Wartezeit seiner Kunden, die bei ihm eine solch fesche Lederhose bestellen. „Es kommt aber immer darauf an,“ so der Handwerksmeister, „wie aufwendig ich solch eine Hose machen muss.“ Dann erzählt er von seiner Erfahrung. Dass er ganz genau weiß, wie das Leder beim Tragen arbeitet. Und, so ergänzt er: „Der Kunde muss sich auch daran gewöhnen, eine Hose aus Leder tragen zu können.“ 

 

Kreativität ist auch in der Seidenband-Druckwerkstatt von Sepp Wach gefragt. Ihn treffe ich mit einer Mitarbeiterin in seiner kleinen Werkstatt an. Und während sie fleißig und sorgfältig routiniert die aufgespannten Seidenstoffe bedruckt und ich alles fotografiere, erzählt mir AusseerlandSepp Wach dann mit traurigen Augen, dass er bis zum Jahr 1970 ein Fotogeschäft geführt hat. „Nur das lief damals nicht mehr.“ Und so hat er sich dann schweren Herzens 1970 entschlossen, das Geschäft aufzugeben. Was er bis heute nicht bereut hat. Heute schwirren freundliche Damen um ihn herum und sind damit beschäftigt, die feinsten Seiden zu bedrucken.

 

Auf der Bahnhofstraße gegenüber treffe ich den Hutmachermeister Alexander Reiter ganz alleine in seiner Werkstatt an. Um ihn herum schwirren keine Damen wie beim Nachbarn. Der alte Meister, der seine Firma vom Großvater Franz Leithner übernommen hat, erzählt freudestrahlend,  wie gut sein Geschäft läuft. Und fügt gleich daran an, dass es beim AusseerlandRohmaterial zu seinem Bedauern Lieferschwierigkeiten gibt, seit es die EU gibt. „In Österreich hat es 23 Stumpenfabriken gegeben. Sie wurden teilweise in den Osten nach Tschechien und Ungarn verlegt. Aber dort konnten sie auch nicht überleben,“ erzählt er ein wenig resigniert. Und so muss er leider, um den Qualitätsansprüchen seiner wählerischen Kunden gerecht zu werden, aus Portugal und sogar aus Amerika seine Stumpen holen.

 

Den letzten Urlaubstag habe ich mir reserviert für reines Faulenzen am Altausseer See. Da gibt es eine wunderbare Liegewiese am See ein paar Schritte außerhalb des Städtchens. An ihr bin ich oft vorbei gewandert. Aber heute ist sie mein Ziel. Dabei ist der auf über siebenhundert Meter hoch gelegene Badesee jetzt im Vorsommer noch reichlich kalt. AusseerlandSchweinekalt sogar, wie ich feststellen muss. Aber das macht mir jetzt nichts, ich beiße die Zähne zusammen und schwimme zum kleinen Badefloß hinüber. Dort steige ich auf die Holzplanken und lasse mich von der Sonne wärmen. Dabei schaue ich auf die leicht dunkelblaue Färbung des Sees, weshalb er auch das "dunkelblaue Tintenfass“ genannt wird. Jetzt, weit abseits jeglicher Hektik, finde ich wohltuende Ruhe und Erholung.

 

Weitere Informationen:

 

Gut gewohnt 

habe ich im Lindner Hotel & Spa – Die Wasnerin, Sommersbergseestraße 19, A-8990 Bad Aussee, Tel: 0043 3622 52108, Fax: 0043 3622 52108-400, email:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.lindnerhotels.at

 

Anreise:

Wer wie ich mit dem Flugzeug anreist, vergleicht die Tarife von Leihwagen. 

 

Meine wichtigsten Seen im Ausseerland:

 

Der Altausseer See: Hier stand seit ewigen Zeiten das Salz im Mittelpunkt. Dieser Gebirgssee wird zum Einen dominiert von der mächtigen Trisselwand, die senkrecht fast aus dem See aufsteigt. Zum Anderen wacht die 1838 Meter hohe Felskrone des Losers. Der Ort Altaussee befindet sich am Fuße des Toten Gebirges. 

 

Der Grundlsee: Ist sowohl der größte See des Ausseerlandes sowie der Steiermark. Hier waren Holzwirtschaft und der Fischfang die wichtigsten Einnahmequellen.

 

Gleich dahinter der Toplitzsee: Hier schippern motorisierte Plätten (längliche Holzboote) Besucher über den See. Dort am Ende gibt es einen kurzen Spazierweg zum dunklen Kammersee mit einem kleinen Wasserfall, der als der offizielle Ursprung der Traun gilt. Der See selber liegt in einem Felsenkessel.

Der moorhaltige Ödensee: Er befindet sich auf einer Höhe von 776 Metern im gemeindegebiet von Pichl-Kainisch Der Waldmoorsee steht wie alle Seen dort unter Naturschutz. Seine Zuflüsse sind alle unterirdisch, sein Abfluss mündet in die Traun. Er ist einer der kältesten Seen, da ihn die Schmelzwasser aus einem teil des dachsteingebirges speisen.

 

Der kleine Sommersbergsee: Er befindet sich nur einen Kilometer oberhalb des „Lindner Hotel & Spa – Die Wasnerin“ und liegt inmitten üppig blühender Wiesen. Sein warmes Moorwasser wird als Badesee mit schönen Liegewiesen gerne angenommen.

 

 Altaussee In Altaussee lebten die Bergherren und die Knappen. Im nahe gelegenen Bad Aussee  - das Zentrum des Ausseerlandes - dagegen wohnten die Salzbeamten und Salinenarbeiter. Dort produzierten sie mit den Sudpfannen, die im Dorf standen, das Salz. Noch heute zeugen die zahlreichen Bürgerhäuser entlang der Hauptstrasse vom frühen Reichtum Aussees.

 

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