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Outdoor-Erlebnis

Island als Landschaftserlebnis

Island

 Ein Outdoor-Erlebnis der besonderen Art auf der größten Vulkaninsel der Erde.

Von Gerd Krauskopf

Ein faszinierendes Naturschauspiel hier mitten im Südwesten von Island in dieser Einöde nördlich von Reykjavík.

Da strahlt die Sonne über den verschneiten Gipfeln des erloschenen Vulkans Skarðsheiði am wolkenlosen Himmel und die Luft ist klar. Nur kurze Zeit später zieht eine bedrohliche Wolkenfront auf und trägt Hagelkörner waagerecht heran. Aus unserem mollig Islandwarmen Defender genieße ich den malerischen Ausblick ganz für mich allein, während Jón draußen das Abschleppseil von unserem Land Rover an den stehen gebliebenen Landy hängt, um ihn rückwärts den kurzen, steilen Berg hinauf zu ziehen. Er will partout nicht mehr anspringen. Nur ein paar Minuten später nagelt der bekannte Vierzylinder-Diesel wieder, den Gerhard aus unserer kleinen Gruppe fährt. Dabei sind wir mit vier dieser exklusiven, unverwüstlichen Briten in diesem unwirklichen Mekka der Geländewagenfahrer hier auf der Hochebene der Region Borgarfjörður unterwegs. Da mahlen sich die bulligen 38" Pneus unter ihren ausladenden Verbreiterungen mit eingelegter Untersetzung unglaublich gut und unerwartet kraftvoll über mächtige Steine und Eisplatten auf diesem unbefestigten Weg und Islandscheuen sich nicht davor, aus einem knöcheltiefen Bachlauf ein gut einen Meter hohes, verharschtes Schneefeld nach mehreren Anläufen zu erklimmen. Hoch und runter geht es, da werden alle Beifahrer mächtig durchgeschüttelt. Dass das alle "Ersttäter" ohne jegliche Offroad-Erfahrung mit Bravour schaffen, verdanken sie Jón, den man hier auf Island auch den "Indianer Jones von Island" nennt. Er gibt ihnen die präzisen Anweisungen über Funk.

Damit die Natur nicht zu arg belastet wird, so erklärt Jón, ist das Verlassen der Wege unter strenge Strafe gestellt. Denn, so erfahren wir, die empfindliche Erdkrume benötigt mit ihrem dünnen Moospolster und den zarten Flechten auf schwarzen Lavafelsen über zehn Jahre, um sich von solchen Reifenschäden wieder zu erholen. Und das nimmt die verschworene isländische Gemeinschaft – deren Insel näher an Grönland als an Schottland liegt – sehr ernst.

IslandErnst nahmen die Isländer auch Mitte der 1970er Jahre die Bedrohung durch britische Trawlerflotten, die vor ihrer Haustür die reichen Fischbestände plünderten. Weltweit setzte sich das kleine Inselreich mit ihrer proklamierten 200-Seemeilen-Zone durch. Darauf ist man noch heute stolz, strahlt Hjördis Erlingsdóttir, die Managerin einer Walbeobachtungsflotte. Unsere Gesichter hingegen verfinstern sich. Sind wir doch extra auf ihr Schiff gekommen, um all die riesigen Meeressäuger in Natura zu sehen, die wir auf dem Weg zu ihrem Boot im neu Islanderöffneten Walmuseum in Reykjavik bestaunt haben. Da waren wir beeindruckt von diesen gigantischen Meeresriesen. Und dann schlägt innerhalb kürzester Zeit – wie so oft auf Island – das Wetter um und Schaumkronen auf den Wellen signalisieren uns, dass wir an diesem Tag inmitten hoher Wellen keine Wale sehen werden.

Glück dagegen haben wir an einem der nächsten Tage auf der Halbinsel Snæfellsnes, wo wir Islandmitten auf dem Land auf einer Farm übernachten. Und da uns die Sonne den ganzen Tag begleitet hat, war das nächtliche Wetterleuchten für uns schon fast selbstverständlich. Doch als das wunderschöne Naturschauspiel dann plötzlich über unseren Köpfen hoch oben am Himmel beginnt, stehen wir staunend unter diesen gigantischen Magnetfeldern, die von der Sonne erzeugt werden.

 

Wie dann am letzten Tag auf der Rückfahrt der mächtige Krater Eldborg in der Gegend um Myrar am Horizont auftaucht, da verrät uns Jón, dass er ihn "El Sombrero" nennt – irgendwie erinnert er ihn an diesen mexikanischen Hut. Dann verlässt er die geteerte Straße und biegt mit uns wieder auf einen der löchrig holprigen Wege dieser nordischen Urlandschaft ein. Und Islandmitten in diesem unwegsamen Nirgendwo freut er sich dann auf seinen Lieblings "Hot Pot", seinen Naturpool mit angenehm warmem Thermalwasser in dieser Stille. Und der ist inmitten einer sumpfigen Umgebung nur schwer zugänglich. Genüsslich schaut er aus dem wohltuenden Geo-Thermalwasser heraus auf seine Schützlinge, die sich nicht getraut haben, über die wackeligen Steine im knöcheltiefen Wasser zu ihm hinüber zu kommen. "Welch ein Labsal", seufzt er.

 

 

Weitere Informationen:

Allen Islandfans und solchen, die es erst werden wollen, wünschen wir viel Spaß mit unserem kleinen Ausflug.

Island

 

Icelandair: www.icelandair.de

zum Beispiel fliegt von Frankfurt/Main, München und Zürich – saisonal auch ab Hamburg und Genf – nach Island:island 

 Geländewagentour:

 Exklusive Fahrt mit Land Rover Defender mit Isafold Travel : www.isafoldtravel.is

 

Tipps, wie man sicher im Gelände fährt, gibt unser Fahrexperte Jón Baldur Þorbjörnsson:
Auf schwieriger Strecke:
- Absolut langsam fahren für optimale Haftung zum Untergrund
- Nicht über 1500 Umdrehungen fahren, damit die Räder nicht durchdrehen.
- Vor einem Wasserlauf ohne Brücke Wassertiefe abschätzen oder die Steinwurfmethode anwenden. Das  

  Ufer darf nicht zu steil sein, um wieder heraus zu kommen.
- Differenzialsperre, wenn Rutschgefahr besteht, „Low-Range“ wenn man das Fahrzeug schonen oder

  vorsichtiger fahren möchte oder mehr Drehmoment vom Motor braucht.
- Normalreifendruck beim Fahren ca. 1,8 Bar, normaler Druck beim Schneefahren 0,4 Bar, bei ganz neuem

  oder sehr weichem Schnee auf 0,1 Bar reduzieren.Island

 

Übernachten zum Beispiel in hübschen kleinen Farmhäusern: www.farmholidays.is/

island 

 

Walbeobachtungsfahrten von Reykjavík aus mit Elding adventure at sea: www.elding.is

 

 

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