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Frankreic, Atlantikinsel

 

Ile d'Oléron: Leben wie im Schlaraffenland

Frankreich 

Nicht nur die Franzosen schätzen die Ild'Olerowegen ihres kulinarischen Angebots. Vor allem die Austerlocken Urlauber aller Nationalitäten auf die Atlantikinsel.

 Von Norbert Krauss

 Jeden Sonntagvormittag herrscht munteres Treiben in und um die Markthalle von Le Chateau auf der französischen Atlantikinsel Ile d'OléronIm Inneren der Markthalle werden die verschiedensten Lebensmittel feilgeboten: Fisch, andere Meeresfrüchte, Backwaren, Käse und Wurst. Im Freien verkaufen die Händler außer Obst und Gemüse Bekleidung und Haushaltswaren – kurzum alles, was man zum Leben brauchen kann. Hier werden Hüte anprobiert, dort Basttaschen erworben. Die Einheimischen sind auf den Beinen, um sich einzudecken. Im Anschluss gönnen sie sich im benachbarten Café eine Tasse Kaffee oder ein Gläschen Wein. Der Markt von Le Chateau ist unbestritten die Nummer 1 unter den täglich stattfindenden Märkten auf der Insel. 

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 Nicht nur auf den Märkten, sondern auch in einschlägigen Geschäften werdeAustern, die Perlen des Atlantik, angeboten. "Die Bewohner der Ile d'Oléron leben ierster Linie von der Austernzuchtvon der Salzgewinnung und vom Weinbau", sagt Karine vom Tourismusbüro in St. Dolus

 Die Geschichte der Austern und das Leben der Austernzüchter wird in Fort Royer bei Boyardville an der Ostküste plastisch dargestellt. Fort Royer, in einem Naturschutzgebiegelegen, ist ein authentisches Austerndorf. Dort kann man das Wachstum der Austern von ihrer "Geburt" bis zur Ernte nachvollziehen. "Wir haben hier 40 Cabanes von Austernfischern", erklärt Führerin Eveline. "Es kommen keine Maschinen zum Einsatz, alles ist Handarbeit." Die Aufzucht der Austern dauere mindestens vier Jahre; während dieser Zeit würden sie von Booten aus mit Stangen immer wieder gewendet. 

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 Die letzte Phase ihrer Entwicklung, den Reifeprozess, erfährt die Auster in Becken, die sich in ehemaligen Sumpfgebieten befinden. In dem in den Becken vorhandenen Brackwasser bleibt die Auster zwischen ein bis drei Monate. Hier erhält das Tier seinen besonderen Geschmack. Wenn die Austern in den Bassins gereinigt worden sind, kommen sie nach Größen geordnet auf den Markt. In den traditionellen und farbigen Holzhütten der Austernzüchter inmitten des Austernparks sind heutein kleines Museum und ein Restaurant, in dem den Besuchern nach der Führung Kostproben kredenzwerden, untergebracht

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 La Cotinière an der Westküste ist der erste Fischerhafen der Region. Im Hafenbecken drängen sich viele Fischerboote. Gefangen werden vornehmlich Tintenfische, Wolfsbarsche, Langustinen, Seezungen, Seeteufel und Rochen. Die kurzen Gezeiten sichern die Qualität und Frische der Produkte. Die Berufsfischer legen ihre Ausbeute am Rand der Boote auf Eis, um eine optimale Konservierung zu gewährleisten. Digefangenen Fische werden auf dem Handelsmarkt in La Cotinière abgeladen und gleich in der Markthalle sowie den Fischgeschäften verkauft

 Von der Uferpromenade aus können Spaziergänger den Alltag der Fischer, Fischgroßhändler und Helfer verfolgen. Vor den Bars haben Gäste den besten Blick auf das Geschehen

 Im Mittelalter war das aus den zahlreichen Salzseen von Marennes-Oléron gewonnene Salz international bekannt und wurde in eine Reihe nordeuropäischer Länder geliefert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwangen die Konkurrenz der Salzwiesen der Midi und anderer Salzminen die Salzhersteller, sich neu zu erfinden. Fast alle Salzwiesen wurden aufgegeben, was den Austernzüchtern zugute kam, die sie in Austernparks umwandelten. 

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 Heutzutage gibt es nur noch wenige Salzarbeiter. Die Salzgewinnung lässt sich am besten iLandschaftsschutzgebiet von Port des Salines beobachten. Ein Öko-Museum sowie Führungen und Bootsfahrten durch die Salzfelder erklären diWelt deSalzesDer ortsansässige Salzhersteller erklärt die Techniken der Salzernte, und viele Besucher gehen mit einem salzigen Souvenir. . .

 Weinbau wird ebenfalls in großem Stil betrieben. Von Weinbergen kann allerdings nicht die Rede sein; denn die Rebstöcke werden mangels Bergen in der Ebene angebaut. Aufgrund des milden Klimas sind die Erträge gut und von Landwein-Qualität. Die Weinproduzenten der Charente-Maritime konzentrierten sich zunächst auf die Herstellung von Weißweinen, von denen die Weißweinsorten Ugni und Colombard am häufigsten sind, wechselten jedoch rasch zu aromatischeren Sorten, die bereits in der Region angebaut wurden, wie zum Beispiel Sauvignon, Chardonnay und Chenin. 

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 Seit dem Jahr 1985 ist die Produktion von Charantais-Landweinen in den drei Farben erhältlich. Die Entwicklung des Rotweins brachte auch eine Auswahl "edlerer" Trauben mit sich, wie Merlot, Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc, Gamay und Pinot Noir. Die Weinbauer stellen aus den Trauben zusätzlich Cognac und einen landestypischen Aperitif, den Pineau des Charentes, her. 

 Auch das Kunstgewerbe spielt auf der Insel eine Rolle. Dibunt bemalten Hütten am Hafen von Le Chateau und an der Route des Huitres (Straße der Austernim Austernzuchthafen La Baudissière wurdevor Jahren zu Galerien, Läden und Ateliers für Künstler umfunktioniertFür jeden Geschmack ist etwas dabei: Haushaltswäsche aus reinem Leinen, Gemälde mit einheimischen Farben, Leder- oder Weidenlampen, Holzspiegel, Skulpturen, Kleidung, Schmuck . . . Man kann deKünstlern bei der Arbeit zuschauen und ihre fertigen Werke bewundern. 

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 Von Boyardville verkehren Schiffe zum Fort Boyard. "Das Fort ist eine militärische Befestigung, zwischen 1801 und 1859 vor der Küste der Ile d'Oléron von Napoléon erbaut, um vor englischen Schiffen an der Mündung der Charente und der Corderie Royale in Rochefort zu schützen", erzählt Tourismusexpertin Karine. Heute sei das Fort berühmt wegen der TV-Show "Dank dem Spieler", die seit 25 Jahren im französischen Fernsehen ausgestrahlt werde. Die Dreharbeiten fänden im Mai und Juni statt. 

 Die Insel ist ein Paradies für Radfahrer. Karine vom Tourismusbüro in St. Dolus: "Wir haben 160 Kilometer markierte Radwege, auf denen die Teilnehmer auf Entdeckungsreise gehen könnenHauptsächlich Wohnmobil-Urlauber nutzen diese Gelegenheit und bringen ihre eigenen Fahrräder mit. Fahrrad-Verleihstellen sind im Übrigen auf der ganzen Insel verteilt und miteinander vernetzt, so dass im Bedarfsfall jederzeit Reparaturen möglich sind. Als Neuheit werden sogar E-Bikes angeboten." 

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 Wassersport wie Surfen, Windsurfen, Paddeln und Kanufahren gehört ebenfalls zu den beliebten Aktivitäten. Außerdem stehen Jachtschulen zur Verfügung. Für Pferdesportler gibt es spezielle Reitwege, beispielsweise im Wald von St. Trojan. 

 Seit Kurzem dürfen sich qualifizierte Restaurants mit einem Logo am Eingang schmücken. Diese Auszeichnung wird Lokalen verliehen, deren Köche Fisch und Gemüse von der Oléron, also örtliche Produkte, verwenden. 

 Auch kulturell ist einiges geboten. Während des Sommers sorgen zahlreiche Konzerte, Kinofilme und Theateraufführungen für Abwechslung. "Es gibt große Feste mit klassischer und moderner Musik", sagt Tourismusexpertin Karine. "Dabei treten berühmte Künstler in Le Chateau auf." 

 Entschleunigen kann man bei Wanderungen an den feinsandigen Stränden. Oder wie wäre es mit Yoga am Strand? Gearbeitet wird dabei an muskulärer Verstärkung, Flexibilität, Balance, Atmung und Entspannung für allgemeines Wohlbefinden. Die Sitzungen finden im Juli und August am Morgen und zum Sonnenuntergang statt. Es kann eigentlich kaum etwas Schöneres geben. 

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Weitere Informationen:

 Atout France  Französische Zentrale für Tourismus, Postfach 10 01 28, 60001 Frankfurt am Main,  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.france.fr

 Office du Tourisme de l'île d'Oléron et du bassin de Marennes, 22 rue Dubois Meynardie, F-17320 Marennes, Tel. 0033/5 46 85 65 23, www.oleroninsel.de

 Anreise: Mit dem Auto von Nantes auf der Autobahn A83, von Paris auf der Autobahn A10. Mit dem Zug von Paris nach Surgères, von Nantes nach Rochefort; Weiterfahrt mit dem Linienbus. 

 Sehenswürdigkeiten: Leuchtturm Phare de Chassiron in St. Denis, Lanterne des Morts (Totenlaterne) in St. Pierre. 

 Restaurants: 

La Croix Du Sud in Le Chateau, Le Relais des Salines in Le Grand-Village-Plage, Chez Mamelou an der Route des Huitres.

 Unterkunft: Es gibt zahlreiche Campingplätze, Ferienhäuser und Hotels. 



 

 


 

 

 

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