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Seitenwechsel - vom Rotweinwanderweg zum AhrSteig.

Seitenwechsel - vom Rotweinwanderweg zum AhrSteig.

Blankenheim zeigt sich heute von seiner besten Seite. Es ist noch kühl am frühen Morgen, der Himmel ist leicht bewölkt - wir haben also bestes Wanderwetter.

 

Die Ahr entspringt hier unspektakulär in einem Quellhaus und fließt zunächst als kanalisiertes Bächlein durch den Ort mit den engen Gassen und den hübschen Fachwerkhäusern - einige Bausünden aus den 70er Jahren übersieht man gerne. Die gewaltige mittelalterliche Burg, heute eine stilvolle und überaus beliebte Jugendherberge, überragt das Städtchen.

Wir werden die Ahr auf ihren 89 Kilometern bis zum Rhein auf dem zweigeteilten AhrSteig ein Stück weit begleiten.

Die Ahrquelle mit Hund Charlie

Das blaue AhrSteig-Zeichen weist uns zuverlässig den Weg, den Fluss verlieren wir erst einmal aus den Augen. Später wird er uns aber wieder begleiten. 

Die zweite Etappe startet am herrlichen Freilinger See mit seinen vielen Freizeitmöglichkeiten. Der anschließende mäßig steile Aufstieg zum 533 Meter hohen Hühnerberg ist gut zu bewältigen.

Der Hühnerberg

Das große Friedenskreuz auf dem Grasplateau ist schon von weitem zu sehen. Heinrich Bertram verordnet uns eine Pause. Der erfahrene Wanderführer erklärt uns den spektakulären Weitblick auf die Eifelberge.

Die Eifelberge

Der Himmel hat sich zugezogen. Es nützt nichts, wir müssen weiter. Kurz vor unserem Etappenziel in Aremberg wird es richtig ungemütlich - es regnet in Strömen. Das Gasthaus Burgschänke kommt uns wie gerufen - am Kaminofen in der gemütlichen Stube lässt es sich bei knusprigem Flammkuchen bestens aushalten.

Wanderer sind auch als Übernachtungsgäste hier gerne gesehen. Wie mittlerweile in vielen Häusern rund um den Prädikatsweg wird auf Wunsch der Gepäcktransport organisiert, so dass sich mit dem kleinen Tagesrucksack entspannt wandern lässt.

Für die letzten beiden Teilabschnitte der blauen AhrSteigroute hat sich mit Norbert Raths ein weiterer sympathischer und kundiger Wanderführer zu uns gesellt. Er begleitet unsere kleine Gruppe hinunter nach Eichenbach. In dem Dörfchen mit den schmucken Fachwerkhäusern herrscht Ruhe, tiefe Ruhe! Handyempfang? Fehlanzeige. Die Übernachtungsgäste wissen es wohl zu schätzen.

 Eichenbach

Von Eichenbach aus zog der Kesselflicker Fritz Braun hinaus in die umliegenden Dörfer, ging seinem Wandergewerbe nach und unterhielt die Menschen mit seinen Witzchen und Anekdoten. „Bläke Fritz“ war schon zu seinen Lebzeiten in aller Munde. Das Eifeler Original lebte bis 1930 allein in seinem einfachen Häuschen in Eichenbach. Heute erinnert eine Sandsteinskulptur an den kleinen Mann mit dem großen Herzen.

Norbert Raths und der Bläke Fritz

Wandern auf dem AhrSteig heißt laufen in anspruchsvollem Gelände. Auf den letzten beiden Etappen des blauen Abschnitts erleben wir nicht nur eine traumhafte Landschaft mit schroffen Felswänden, engen Pfaden, grünen Wäldern und satten Wiesen, sondern auch die anstrengenden Anstiege zu den Hochflächen mit den großartigen Fernblicken. Norbert Raths hat uns sicher geführt und blieb keine Antwort schuldig - er kennt eben seine schöne Heimat.

Auch der Dümpelhardt bietet grandiose Ausblicke

Am Bahnhof in Kreuzberg endet der Steig mit dem blauen Wanderzeichen nach knapp 60 Kilometern.

Eine Ahrwanderung ohne Rotwein? Undenkbar!  Bisher haben wir nur das urwüchsige, ja manchmal wilde Tal kennengelernt. Von Rebenkultur keine Spur. Zum Glück verbindet der Rotweinwanderweg auf der Sonnenseite des Ahrtals den blauen mit dem roten Abschnitt des AhrSteigs!

 Am Rotweinwanderweg; Foto Aartal-tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V./www.ahrtal.de

Auf nur 352 Hektar Rebfläche reifen die Spätburgundertrauben in fast mediterranem Mikroklima heran. Fast 1500 Sonnenstunden im Jahr heizen am Tage die Böden auf und geben nachts die gespeicherte Wärme wieder ab. Das Ergebnis sind ausdrucksstarke Spitzenweine.

Ein Blick auf die extremen Steillagen in den felsigen Terrassen lässt erahnen, wie schwer die Handarbeit im Wingert ist.

Mit Ulla Dismon an der Burg Are

Wir haben uns mit Gästeführerin Ulla Dismon in Altenahr verabredet. Die Burgruine Are ist das erste Ziel des heutigen Tages. Der kurze, steile Aufstieg lohnt sich schon wegen der fantastischen Rundumsicht.

Die Burg Are bietet fantastische Ausblicke: das Teufelsloch und die Burg Kreuzberg

Ulla Dismon ist kaum zu bremsen. Ihr Wissen über das Ahrtal mit seiner Geschichte und den Geschichtchen über Land und Leute ist wohl unbegrenzt. Jetzt erzählt sie am Altenahrer Eck - wieder so eine 5-Sterne Aussicht - über den Rotweinwanderweg, Wildschweine im Weinberg und den Rieslinganbau in der Herzkammer des deutschen Rotweins!

Wir schauen auf Altenahr

Seitenwechsel. Vom sonnenverwöhnten Rotweinwanderweg geht es wieder auf den AhrSteig, die schattige Wandervariante im Ahrtal. Auf beiden letzten Etappen ist Rudolf Schulte-Sasse unser Tour-Guide.

Rudolf Schulte Sasse vor dem Kloster Calvarienberg

Das jetzt rote Logo weist uns den Weg vom romantischen Weinort Walporzheim bis nach Sinzig. Es werden nochmal fast 30 anstrengende Kilometer. Zum Glück gibt es genügend Abstiegsmöglichkeiten um das reichhaltige gastronomische Angebot zu nutzen. Wir kehren später in Bad Neuenahr bei Hans-Peter und Tanja Lingen zur Vesper mit Weinprobe ein. Bei den Lingens wird schon in der zehnten Generation Weinbau betrieben. Ihr 2011er Evolution Spätburgunder war der Ahrwein des Jahres!

 Weinprobe mit Tanja Lingen

Bevor wir losgehen, sehen wir uns noch in Ahrweiler um. Die Stadt wurde durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört und im historischen Stil wieder aufgebaut. Eine mittelalterliche Stadtmauer mit vier wuchtigen Toren umgrenzt den Ort fast vollständig. Die farbigen Fachwerkhäuser um den Marktplatz mit der frühgotischen Hallenkirche St. Laurentius schaffen eine anheimelnde Atmosphäre. Die Touristen in den Straßencafés und Straußenwirtschaften fühlen sich sichtlich wohl. Wir auch.

 In der Altstadt von Ahrweiler

Jetzt muss es aber wirklich weitergehen! Hoch über Ahrweiler thront der mächtige Bau  des Klosters Calvarienberg. Neben dem geistlichen Zentrum betreibt hier die Ursulinenkongregation ein Gymnasium, eine Realschule und ein Internat. Vorbei an Weinbergen und Waldpassagen erreichen wir nach rund einer Stunde die Lourdes-Kapelle, die ein Kriegsheimkehrer aus Dank errichtet hat. Erstaunlich, wie viele Menschen noch heute täglich zu der kleinen Kapelle pilgern und um göttlichen Beistand bitten.

Die Lourdes Kapelle

Nach einer weiteren Stunde kommen wir zur Paradieswiese mit dem Waldkletterpark. Trotz perfekter Sicherung gehört schon eine gute Portion Mut dazu, sich über Seilbrücken in luftige Höhen zu schwingen, den Banana-Jump zu wagen oder in 30 Meter Höhe über die Megaseilbahn zu rasen.

Wir müssen aber leider unsere Wanderung ohne Adrenalin-Kick fortsetzen, tauchen wieder in den Mischwald ein und steigen in steilem rutschigen Gelände hinauf zum Neuenahrer Berg. Der Aussichtsturm aus Sichtbeton ist zwar bauästhetisch eher schlicht geraten - wer sich aber noch die Spindeltreppe auf die Aussichtsplattform hinaufmüht wird mit einem schönen Ausblick auf das Ahrtal belohnt.

 Auf einem Teilstück des roten AhrSteigs

So zieht sich der Steig weiter und weiter bis Sinzig - der Rhein ist nicht mehr weit!

 Rotwein, Rotwein, Rotwein! Foto: Aartal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V./www.ahrtal.de

Am Ende der Tour wartet im Vieux Sinzig ein besonderes kulinarisches Erlebnis auf uns. Der Franzose Jean-Marie Dumaine und sein Küchenchef Yoann Hue bieten ihren Gästen in stilvollem Ambiente eine überaus kreative Wildpflanzenküche.

 Das Vieux Sinzig; Foto unten: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V./www.ahrtal.de 

Der Maître kreuzt die klassische französische Küche mit Kräutern aus der Umgebung oder seinem Garten und erzeugt so ein einzigartiges Geschmackserlebnis.

Übrigens, zum rosa gebratenen Lammrücken mit Tamarinde-Sauce, Melde als Spinat und Shiitake-Pilzen mit Waldziest, serviert uns das umsichtige Service-Team den 2011er Evolution vom Weingut Lingen.

 Küchenchef Yoann Hue; Foto: Ahrtal-Tourismus Bad-Neuenahr-Ahrweiler e.V. / www.ahrtal.de

Rainer Schwirtzek

 

Tipp:

Die Dokumentationsstätte Regierungsbunker im Ahrtal

 

Der ehemalige Regierungsbunker im Ahrtal war zur Zeit des kalten Krieges ein gut gehütetes Staatsgeheimnis. Seit 1950 wurde der Umbau der beiden ehemaligen Eisenbahntunnel zu einer gewaltigen Bunkeranlage geplant.

 

Der Ausbau zum „Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland“ erfolgte unter größter Geheimhaltung von 1960 bis 1972.

 

Bis auf rund 200 Meter, in dem das heutige Museum untergebracht ist, wurde die monströse Anlage zwischenzeitlich komplett zurückgebaut. Eine Führung ist lohnenswert!

 

www.regbu.de

 

Infos:

AhrTours, Walporzheimer Straße 19, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

www.ahrtours.de

www.ahrsteig.de 

Kletterpark Bad Neuenahr, Königsfelder Str. 2, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

www.wald-abenteuer.de

Ahr-Resort Bad Neuenahr, der Wohlfühlbereich der AG Bad Neuenahr und der AHR-THERMEN, Felix-Rütten-Straße 3, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

www.ahr-resort.de

Gut gewohnt und gegessen haben wir dort:

Maravilla Beauty Spa Hotel & Restaurant, Hauptstraße 158 -162, 53489 Sinzig-Bad Bodendorf

www.maravilla-spa.de

Hotel-Restaurant Ruhland, Brückenstraße 6, 53505 Altenahr

www.hotel-ruhland.de 

Dorint Parkhotel Bad Neuenahr, Am Dahliengarten 1, 53474 Bad Neuenahr

www.hotel-bad-neuenahr.dorint.com

Restaurant Vieux Sinzig, Kölner Str. 6, 53489 Sinzig

www.vieux-sinzig.com

Burgschänke in Aremberg, Burgstraße 23, 53533 Aremberg

www.burgschaenke-aremberg.de

Weingut Peter Lingen, Teichstr. 3, 53474 Bad Neuenahr

www.weingut-lingen.de

 

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